Vergleichbarkeit von Handwerkerangeboten

Renovieren

Wer bei einem größeren Projekt mehrere Angebote einholt oder wie eine Hausverwaltung mehrere Angebote einholen muss, wird die Problematik kennen: Jeder Handwerker kalkuliert anders.

Jeder Handwerker formuliert seine Angebote so wie er es für richtig hält. Der eine kalkuliert in Stunden, der nächste macht den Preis an den Quadratmetern fest. Wieder einer gibt ein Pauschalangebot ab. Noch schlimmer wird es, wenn Material dazu kommt oder der Umfang der Arbeiten nicht ganz klar ist.

Doch wo ist jetzt das Problem? Man holt sich die Angebote natürlich ein, um sich für das günstigste zu entscheiden. Dies ist unter diesen Voraussetzungen schwer möglich.

Beispiel der Probleme der Vergleichbarkeit von Handwerkerangeboten

Machen wir es doch mal am Beispiel einer Badrenovierung fest. Der eine Handwerker schlägt hochwertige Fliesen vor, der andere nimmt eher preisgünstige. Dann ist da noch das alte Waschbecken und die Armatur. Die ist doch noch gut oder? Manche verbauen keine Altware und passen ihr Angebot entsprechend an.

Dann sollte man darauf achten, was angeboten wird. Manch einer fliest nur halbhoch an gewissen Stellen. Dies spart natürlich Material und Arbeitszeit.

Der nächste nimmt die Sanierung der Rohre noch in einer Position auf, so auf die Art, wenn die Fliesen eh weg sind, kann man auch gleich die Rohre mit machen.

Was kann ich machen, damit Angebote vergleichbar sind

Zum einem kann man natürlich die teure, sichere Variante wählen:

Sie beauftragen einen Architekten damit, eine Ausschreibung zu machen. Dies kostet Sie natürlich Geld für den Architekten. Auch insgesamt zieht sich das Bauvorhaben meist etwas länger. Der Vorteil ist, dass jeder aufgrund der Vorgaben des Architekten kalkuliert und sie sich so über die Leistung sicher sind. Dies lohnt sich natürlich nur für Projekte, die etwas größer sind. Wenn Sie nur einen neuen Teppich im Wohnzimmer verlegt haben wollen, steht der Aufwand in keinem Verhältnis zu dem Nutzen.

Bei der anderen Variante versuchen Sie selbst die Vorgaben zu machen. Dies setzt natürlich ein gewisses Wissen über die Immobilie voraus. Sie entscheiden, ob die Rohre raus müssen oder ob Sie das alte Waschbecken behalten. Dies müssen Sie dem Handwerker auch so kommunizieren. Je nachdem wie ausführlich Sie dies machen, müssen Sie natürlich bei jedem Handwerker-Termin etwas mehr Zeit einplanen.

Fazit

Pauschal kann man sagen, dass bei kleinen Renovierungsarbeiten der Aufwand mehrere Angebote einzuholen zu teuer beziehungsweise nicht wirtschaftlich ist (außer Sie haben zuviel Zeit).

Bei mittelgroßen Bauvorhaben muss die entsprechende Expertise vorliegen und natürlich kostet das Einholen der Angebote auch Zeit oder Geld (auch Hausverwalter arbeiten nicht für umsonst).

Bei großen Projekten im hohen fünfstelligen Bereich macht es Sinn einen Architekten hinzu zu ziehen und eine Ausschreibung vornehmen zu lassen.

 

2 Kommentare

  • Hallo,
    bei uns kann man froh sein, wenn man überhaupt noch einen Handwerker findet.. Der Markt ist komplett überfordert. Es fehlen die guten alten Handwerker fast bei jedem Gewerk. Dementsprechend steigen die Preise in den Himmel..

    Grüße aus dem Eichsfeld

    • Patric Herweh

      Dies ist auch in Heidelberg so, der Markt für gute Handwerker ist leer gefegt. Manche Handwerker sind über Monate ausgebucht oder geben inzwischen nur noch Abwehrangebote ab. Ändert nichts an der Problematik, dass auch diese Angebote Verglichen werden müssen. Gerade als hausverwaltung ist man verpflichtet mindestens drei Angebote einzuholen.

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