Die Schlossbeleuchtung

Zu einer der beliebtesten Reiseziele in Deutschland für Touristen aus dem In- und Ausland zählt Heidelberg. Die idyllisch am Neckar gelegene Stadt fasziniert durch seine historische Altstadt, den berühmten Philosophenweg und die Ruine des Heidelberger Schlosses, welche über der Stadt thront. Besonders lohnend ist der Besuch des Ortes an jenen Tagen, an welchen die „Heidelberger Schlossbeleuchtung“ stattfindet. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Die Heidelberger Schlossbeleuchtung – ein feuriges Fest der Sinne

Bei der Heidelberger Schlossbeleuchtung handelt es sich nicht, wie man vielleicht vermuten kann, um die Beleuchtung der alten Schlossruine. Diese wird sowieso das ganze Jahr von Scheinwerfern angestrahlt. Dagegen ist die Heidelberger Schlossbeleuchtung ein großartiges Feuerwerkspektakel, welches Alt und Jung begeistert. Im ersten Teil wird das Heidelberger Schloss in ein rotes bengalisches Licht getaucht. Der zweite Teil ist ein sogenanntes Brillantfeuerwerk, welches von Schiffen auf den Neckar entzündet wird. Besonders Letzteres beeindruckt durch sein vielfältiges Schauspiel aus Farben und Formen am sommerlichen Abendhimmel.

Hintergrund der Heidelberger Schlossbeleuchtung

Das Feuerwerk erinnert an zwei historische Ereignisse, die eine große Bedeutung für die Heidelberger Stadtgeschichte hatten. Das bengalische Feuer über dem Schloss symbolisiert dessen Zerstörung im Pfälzer Erbfolgekrieg. In Folge dieses Krieges setzten die französischen Truppen Ludwig XIV. das Schloss und die Stadt an mehreren Seiten gleichzeitig in Brand. Drei Jahre später vollendete sie ihr Werk, indem sie auch noch die Schlossmauern und -türme abrissen. Seit dieser Zeit ist das Heidelberger Schloss eine Ruine.

Der zweite Teil des Feuerwerks erinnert an die Hochzeit des pfälzer Kurfürsten Friedrich V. mit der englischen Königstochter Elisabeth Stuart im Jahr 1613. Diese Ehe sollte das protestantische Lager im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges stärken. Das Brautpaar und ihr Gefolge kamen per Schiff aus England. Als sie in Heidelberg anlegten, wurden das verheiratete Kurfürstenpaar mit einem pompösen Feuerwerk empfangen. Die eigentlichen Hochzeitsfeierlichkeiten gingen dann über mehrere Tage.

Geschichte der Heidelberger Schlossbeleuchtung

Im Jahr 1815 wurde anlässlich eines Treffens von dem österreichischen Kaiser, dem russischen Zaren, dem preußischen König und weiterer deutscher Fürsten in Heidelberg die Idee der „Schlossbeleuchtung“ aufgenommen. Fünfzehn Jahre später kam es zu einem weiteren Treffen der Herrscher dieser Länder in Heidelberg. Auch diesmal wurde ein Feuerwerkspektakel aufgeführt. Seit 1860 wird die „Heidelberger Schlossbeleuchtung“ regelmäßig durchgeführt.

Feste Termine für die Heidelberger Schlossbeleuchtung

Die Heidelberger Schlossbeleuchtung findet dreimal im Jahr in den Sommermonaten statt. Dabei sind die Termine festgeschrieben – jeweils der erste. Samstag im Juni, der zweite Samstag im Juli und der erste Samstag im September. Das Feuerwerk beginnt immer um 21.30 Uhr und endet um 22.15 Uhr. Der Eintritt für diese Spektakel ist frei. Ein Rahmenprogramm mit Live-Musik und Marktständen sorgt für Unterhaltung und das leibliche Wohl der Besucher. Am besten lässt sich das Feuerwerk vom Philosophenweg aus beobachten oder direkt von einen der Feuerwerksschiffe auf dem Neckar.

Blick in die Zukunft

Bedingt durch die Schutzmaßnahmen gegen die Coronainfaktion sind in diesem Jahr alle Termine für die Heidelberger Schlossbeleuchtung entfallen. Bis dahin war das Feuerwerk in seiner über 150 – jährigen Geschichte nur ein einziges Mal wegen Sturm ausgefallen. Die Veranstalter hoffen, dass 2021 wieder alle Termine der Heidelberger Schlossbeleuchtung stattfinden können.

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