Die optimale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung

Die optimale Luftfeuchtigkeit innerhalb der Wohnung trägt mehr zum allgemeinen Wohlbefinden bei als man denkt. Aber auch ernsthafte Gefahren wie Schimmel können durch zu viel Feuchte begünstigt werden. Wir zeigen Ihnen hier welche Luftfeuchte für welchen Raum passend ist. Dazu geben wir Ihnen Tipps wie Sie Abweichungen der Luftfeuchtigkeit in Räumen vom Optimum vermeiden können.

Die optimale Luftfeuchtigkeit für jeden Raum

Jeder Raum hat ein optimale Temperatur und eine optimale Luftfeuchtigkeit. Je nach persönlichen Vorlieben schwanken die Werte teilweise. Der eine mag es lieber etwas wärmer. Der andere hat vielleicht eine Allergie und benötigt eine hohe Luftfeuchte für seine Schleimhäute. Die Spanne ist recht breit angegeben. Daher sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die Werte nicht unter- oder überschritten werden. Denn dann drohen gesundheitliche Gefahren oder Schimmel.

Optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen

IDEALES RAUMKLIMA
Raum Optimale Temperatur °C Optimale Luftfeuchtigkeit in %
Badezimmer 18 – 23 50 – 70
Kinderzimmer 20 – 23 40 – 60
Wohnräume & Arbeitsräume 20 – 23 40 – 60
Küche 17 – 20 50 – 60
Schlafzimmer 17 – 20 40 – 60
Flur 15 – 18 40 – 60
Keller 10 – 15 50 – 65

Ganz klar je nach Nutzung haben Räume sehr unterschiedliche optimale Luftfeuchte Werte. Insbesondere in Bad und Küche liegen die Werte etwas höher. Dies ist natürlich auch den Tätigkeiten innerhalb der Räume geschuldet. So erhöht der Wasserdampf beim warm Duschen die Luftfeuchtigkeit. Gleiches gilt für Kochen oder Geschirr spülen. Solange die Werte nur kurzfristig nach oben schnellen ist dies kein Problem. Daher sollten Sie nach dem Duchen/Kochen immer gleich Lüften. So wird der Wasserdampf ins freie geleitet.

Der Keller ist tendenziell auch immer ein sehr feuchter Raum. Die Temperatur ist sehr niedrig und das ist auch gut so. Bei hohen Temperaturen droht Schimmel. So ist es enorm wichtig den Keller nicht mit „warmer Luft“ zu lüften. Im Sommer im Zweifel lieber einmal auf das Lüften verzichten. Wer zusätzlich Wäsche im Keller wäscht oder trocknet sollte die maximale Luftfeuchtigkeit im Auge behalten. Der Grenzwert kann schnell überschritten sein und ab 70 Prozent Luftfeuchte droht Schimmel.

Wer wirklich nicht friert oder sparen möchte kann die Temperatur in der Wohnung im Winter auch noch weiter absenken. Unter 15-16 Grad Celsius sollte die Temperatur allerdings nicht sinken.

Folgen von falscher Luftfeuchtigkeit in der Wohnung

Eine zu hohe oder eine zu niedrige Luftfeuchte hat immer negative Auswirkungen auf die Gesundheit oder auf die Bausubstanz. Hier die Folgen im Überblick.

Unterschreitung der optimalen Feuchte

Das Unterschreiten der optimalen Raumfeuchte empfinden viele Menschen auf Dauer als unangenehm. Insbesondere das Atmen und die Schleimhäute machen Probleme. Hier die möglichen Nachteile im Überblick:

  • Bei einem zu niedrigen Feuchtigkeitsgehalt der Luft werden die Schleimhäute trocken. Insbesondere die Nasenschleimhäute trocknen aus und im schlimmsten Fall kann es zu Nasenbluten kommen. Aber auch die Augen werden gereizt und können zu tränen beginnen. Dieser Effekt kann schon bei unter 40 % Feuchte eintreten
  • Auch Atmen fällt schwer. Der Sauerstoff wird schlechter in die Blutbahn transportiert.
  • Auch die übrige Haut neben den Schleimhäuten trocknet aus. Dies ist zwar äußerst selten, aber eine geringe Luftfeuchte kann die Ursache für trockene Haut und Hautreizungen sein

Die Kombination dieser Effekte sorgt dafür, dass wir uns nicht wohl fühlen. So können Schlafstörungen oder eine geschwächte Immunabwehr die Folge sein. Auch direkt spürbare Auswirkungen wie Kopfschmerzen können in zu niedriger Raumluftfeuchtigkeit begründet werden.

Wer unter diesen Symptomen leidet, tut gut daran die Raumfeuchte zu kontrollieren.

Überschreitung der optimalen Feuchte

Eine kurzfristige Überschreitung der Luftfeuchte ist normalerweise kein Problem. Gerade in Küche und Bad werden die optimalen Werte gerade nach dem Kochen oder Duschen schnell überschritten.

Jedoch begünstigt eine dauerhafte Überschreitung die Bildung von Schimmel. Kommen dann noch zusätzliche Faktoren wie schlechte Isolierungen und Wärmebrücken dazu kann schon bei einer Raumfeuchte ab 60% Schimmel auftreten. Dies gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Denn die Schimmelpilze schaden nicht nur dem Mauerwerk, sie sind auch hoch giftig für Mensch und Tier.

Auch Milben fühlen sich bei einer hohen Luftfeuchtigkeit sehr wohl. Gerade Allergiker sollten achten, dass die Grenzwerte eingehalten werden um die Vermehrung zu unterbinden.

Zusätzlich fühlt man sich in Räumen mit hoher Luftfeuchte unwohl. Bei heißen Temperaturen schwitz man sehr schnell. Die Raumluft fühlt sich schwül und angenehm warm an.

Berechnung/Messung der Luftfeuchte

Luftfeuchte in Abhängigkeit der Temperatur

Wie nebenstehende Tabelle verdeutlicht speichert warme Luft viel mehr Wasser als kalte.

Die Berechnung der relativen Luftfeuchte ist leider nicht ganz einfach.

Sehr verständlich ist noch absolute Luftfeuchte. Diese gibt an wie viel Gramm Wasser sich in einem Kubikmeter Luft befinden. Zum Beispiel kann die Luft 5g Wasser /m³ enthalten.

Dazu kommt nun der Maximalwert, den die Luft aufnehmen kann. Die physikalischen Gesetzte geben einen Höchstwert an Wasser vor, der in der Luft enthalten sein kann. Auf diesen Maximalwert bezieht sich die prozentuale Angabe der Luftfeuchte. Also bei einem Maximum von 20 g/m³ entsprechen 5 g/m³ genau einer Luftfeuchte von 25 Prozent.

Wikipedia sagt dazu folgendes:“Relative Luftfeuchtigkeit: Ist das Verhältnis der tatsächlich enthaltenen zur maximal möglichen Masse an Wasserdampf in der Luft; oder anders ausgedrückt das Verhältnis zwischen der absoluten Luftfeuchte und der maximalen Luftfeuchte.“

Zusätzlich ist jedoch das Maximum was die Luft an Wasser aufnehmen kann abhängig von der Temperatur. Dies verkompliziert das Ganze enorm.

Luftfeuchtigkeit mittels Hygrometer messen

Eine einfache Möglichkeit die Luftfeuchtigkeit zu messen ist mittels eine Hygrometers. Einfach im Raum oder im Freien aufstellen, etwas warten, fertig.

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Die Luftfeuchtigkeit in Wohnraum verändern

Hier zeigen wir Ihnen wie Sie eine zu hohe oder zu niedrige Feuchte regulieren und anpassen können. Dabei gilt es bei zu niedriger Luftfeuchte diese zu erhöhen und bei hoher diese abzusenken.

Luftfeuchtigkeit erhöhen

Luftfeuchtigkeit in Räumen mittels Hygrometer bestimmen

Luftfeuchte in Räumen mittels Hygrometer bestimmen

Normalerweise wird man selten Probleme mit einer zu niedrigen Luftfeuchte haben. Probleme treten wenn dann meist im Winter auf. Hier kann man meist mit einfachen Tricks schnell zur gewünschten Sättigung der Luft kommen.

Folgendes können Sie machen:

  • Wäsche innerhalb der Wohnung trocknen. Dadurch gibt die Wäsche das Wasser an die Umgebungsluft ab. Auch bügeln erhöht natürlich die Luftfeuchtigkeit in Räumen
  • Das tägliche Lüften auf den Mittag verlegen
  • Pflanzen erhöhen übrigens die Luftfeuchte. Einige niedrige Prozentpunkte kann man mit Zimmerpflanzen gewinnen. Ein Grund mehr seine Wohnung grün zu halten. Besonders effektiv sind hier Pflanzen die viel Wasser benötigen
  • Auch nach dem Duschen oder Baden einfach mal in die Wohnung Lüften. Somit wandert der Wasserdampf in die Wohnung

Sehr wenig bringen übrigens die kleinen Raumbefeuchter, die gerne an Heizkörper gehängt werden. Über die geringe Oberfläche verdunstet schlicht zu wenig Wasser. Vielmehr sind die Behälter ein Sammelbecken für Bakterien. So muss man das Wasser regelmäßig wechseln um Algenbildung oder Müffelgeruch zu vermeiden.

Luftfeuchtigkeit senken

Um die Luftfeuchtigkeit innerhalb eines Raumes zu senken ist meist Lüften das richtige Mittel. Falls dies nicht hilft, sollte man erst Maßnahmen wie das Trocknen der Wäsche auf dem Balkon ergreifen. Erst wenn man eine hohe Luftfeuchte nicht in den Griff bekommt lohnt sich der Einsatz eines Luftentfeuchters.

Wann und wie Lüften

Die Temperaturschwankungen über die Jahreszeiten hinweg sind in Deutschland recht groß. Daher gilt es je nach Jahreszeit unterschiedlich zu Lüften. Der Grund ist dass kalte Luft viel weniger Wasser/Feuchte aufnimmt als warme.

Hier die Empfehlungen zum Lüften nach Jahreszeit:

  • Frühling: Im Frühling gilt es die warme Luft zur Mittagszeit nicht in die Wohnung zu lassen. Dies bedeutet, dass sie entweder morgens oder am späten Nachmittag lüften sollten. Wenn man die größte Hitze zwischen 12 und 15 Uhr vermeidet kann man eigentlich nicht so viel falsch machen.
  • Sommer: Es gilt eigentlich das gleiche wie im Frühling nur noch etwas strenger. Vermeiden Sie ein Lüften wenn die Außentemperatur hoch ist. So sollten Sie am besten vor 10 Uhr morgens lüften und dann die Fenster erst wieder abends öffnen. Im optimalen Falle lüftet man möglichst früh und/oder möglichst spät. So bekommt man eine angenehme Kühle, die sich mit Glück über den warmen Sommertag hält.
  • Herbst: Da der Herbst in Deutschland oft verregnet ist gilt es eine Regenpause zu erwischen. Lüften Sie nur in kühlen und regenfreien Phasen. Im Zweifel wie immer morgens und abends lüften.
  • Winter: Im Winter hat man normalerweise keine Probleme mit zu hoher Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Hier sollte man vielmehr darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig wird. Ansonsten sind Sie vollkommen frei wann sie lüften.
Wie lüfte ich richtig

Das richtige Lüften der Wohnung bedeutet nicht, dass die Fenster den ganzen Tag offen stehen. Die Begründung liegt im Unterschied von Innentemperatur zu der Außentemperatur. Denn im Sommer soll es kühl sein in der Wohnung, aber im Winter warm. Dies ist bei offen stehenden Fenster kaum zu gewährleisten.

Daher lüften sie kurz (5-10 Minuten) und intensiv. Versuchen Sie einen Art Durchzug durch die Wohnung zu schaffen, so wird die komplette Luft einmal ausgetauscht und der Raum verändert sein Temperatur nicht allzu stark. Dieses Prinzip wird auch „stoß lüften“ genannt.

Der perfekte Zeitpunkt zum Lüften – Timing ist alles

Natürlich muss man den perfekten Zeitpunkt um die Luftfeuchtigkeit aus der Wohnung zu lassen nicht genau erwischen. Wer es aber dennoch ganz genau wissen will benötigt lediglich zwei Hygrometer.

Ein Hygrometer wird im Außenbereich angebracht und eins im Innenbereich. Vergleichen Sie die Werte der beiden Hygrometer und lüften Sie nur wenn die Luftfeuchtigkeit draußen geringer ist als drinnen. So sind Sie sicher, dass Sie nur trockene Luft in Ihre Wohnung lassen.

Luftentfeuchter

Der Einsatz von Luftentfeuchtern, um die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu reduzieren, sollte immer nur bei besonderen Ereignissen Erfolgen. Ein behobener Wasserschaden etwa, oder sonst nicht behebbare Luftfeuchtigkeit Wohnraum um nur zwei Beispiele zu nennen.

Je nach Einsatzzweck existieren große Maschinen, die viel Feuchte aus der Luft und dem Gebäude ziehen. Aber auch kleine auf Feuchtigkeit ziehendem Pulver oder Kügelchen basierenden Luftentfeuchter haben bei kleineren Problemen ihre Da­seins­be­rech­ti­gung.

Wissenswertes

Ein paar einfache Tipps helfen die optimale Raumtemperatur so wie die optimale Feuchte zu halten. Folgendes gilt es zu wissen:

  • Die relative Raumfeuchte sollte niemals unter 30% fallen. Dies ist schädlich für Ihre Gesundheit
  • Feuchte Luft wird bei gleicher Temperatur als wärmer empfunden
  • Es gilt die optimale Luftfeuchtigkeit zu halten. Denn nur zwischen den Idealwerten nehmen weder Sie noch Ihr Haus schaden
  • Der Hygrometer dient dazu relative Raumfeuchte zu bestimmen. Er kann keine Veränderungen vornehmen. Um den idealen Feuchtigkeitsgrad zu erreichen, muss man dennoch aktiv werden
  • Prinzipiell gilt: Im Winter, also bei kalten Außentemperaturen liegt die optimale Raumfeuchte niedriger. Daher ist über die Wintermonate die ideale Raumfeuchte etwas geringer als im Sommer
  • Desweiteren gilt: Je höher die Raumtemperatur ist, desto niedriger sollte die Luftfeuchte sein. Also in warmen Zimmern wie unter dem Dach sollte man versuchen den Feuchtigkeitsgehalt der Luft niedriger zu halten
  • Schimmel tritt nicht erst bei 80 Prozent Luftfeuchte auf. Manchen Arten reichen auch 70 Prozent zur Vermehrung aus. Daher sollte jede dauerhafte Feuchte über 60 Prozent vermieden werden
  • Für die Gesundheit ist die Kombination von 20 Grad Raumtemperatur und 50 Prozent Luftfeuchte optimal. Da die 20 Grad den meisten zu kalt muss man entweder zum Pullover greifen oder die Temperatur leicht erhöhen. Ein netter Nebeneffekt ist, dass man bei der Reduzierung von nur wenigen Grad ordentlich Heizkosten spart
  • Kalte Luft wird immer trocken wenn sie erwärmt wird (z.B. im Winter)

Lüftungssysteme

Gerade bei neuen Häusern nach Passivhausstandard werden Lüftungssystem eingesetzt. Da diese konstant die Luft austauschen ist ein manuelles Lüften nicht mehr notwendig.

Viele sagen, dass Lüftungssysteme im Winter trockene Luft erzeugen. Dies liegt aber vielmehr an dem physikalischen Effekt. Kalte Luft, die erwärmt wird hat eine geringe Luftfeuchte. Würde man manuell Lüften hätte man den gleichen Effekt. Da aber im Winter aufgrund der Temperatur nur kurz gelüftet wird findet kein Luftaustausch statt. Man ersetzt die stickige Luft nicht mit frischer. Daher kommt das Gerücht der trockenen Luft. Sehr technisch wird der Effekt hier beschrieben.

Fazit

Es Bedarf nicht viel um die optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen zu erreichen. Viel ist mit einem einfachen Lüften für wenige Minuten am morgen schon getan. Diese Zeit sollte man sich auch nehmen. Denn Ihre Gesundheit sollte es Ihnen wert sein. Auch fühlt man sich mit frischer Luft im Raum gleich viel besser.

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